Während Eis und Schnee Bremen weiterhin fest im Griff haben, pilgerten am vergangenen Wochenende rund 46.277 Fans klassischer Autos und Motorräder in die Hallen der MESSE BREMEN an der Bürgerweide und bescherten der Bremen Classic Motorshow zum zweiten Mal in Folge einen neuen Besucherrekord.

Schon vor zwei Jahren habe ich geschrieben, dass das norddeutsche Wetter im Januar und Februar absolut nicht dazu einlädt, mit dem Oldtimer über die Landstraße zu cruisen, aber die Wetterlage, die sich aktuell und schon seit Jahresbeginn in Bremen zeigt, ist dann doch auch für uns im Norden höchstungewöhnlich – so viel Winter hatten wir schon ewig nicht mehr! Trotz Schnee und verteufelt glatter Straßen ließen es sich 46.277 Besuchende nicht nehmen, die Bremen Classic Motorshow aufzusuchen oder vielleicht kamen sie auch gerade WEGEN des Winterwetters? Vielleicht sehnten sich einige eben gerade wegen all dem Schnee und Eis noch mehr nach Frühling und dem Start in die Saison.

Bremen Classic Motorshow 2026
Bremen Classic Motorshow 2026

Sonderschau: 4×4-Performance-Autos

4×4 – schnell erklärt, steht einfach gesagt für vier angetriebene Räder, auch bekannt als Allradantrieb, bei der BCM aber natürlich in der Hochleistungsversion präsentiert. Wer bei Allradantrieb an schwere Gefährte und unwegsames Gelände dachte, dürfte sich bei der Messe verwundert die Augen gerieben haben, denn es galt „von der Geländetauglichkeit zur Hochleistungstechnik“. Zu bestaunen waren zwölf ausgewählte Allrad-Highlights aus den 1930er- bis 1990er-Jahren, für die man normalerweise quer durch Europa fahren müsste, um alle Exemplare sehen zu können, was aber auch nahezu unmöglich sein dürfte, da sie einfach äußerst selten und zum Teil im Besitz privater Sammler sind, die ihre Lieblinge verständlicher Weise nicht jedem unter die Nase halten. Unter den ausgestellten Exponaten befanden sich u.a. der seltene „Porsche 959 S“, der nur zweimal gebaute „Bugatti Type 53“ und ein absolutes Unikat, der „Lamborghini Diablo V16“ – eines meiner absoluten Highlights, auch wenn gelb nicht unbedingt meine Lieblings(auto)farbe ist.

Bremen Classic Motorshow 2026
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Dynamik und Formgefühl italienischer Motorräder

Bremen Classic Motorshow 2026

Die diesjährige Sonderschau im Zweiradbereich lockte die Besuchenden gedanklich nach Bella Italia und widmete sich Motorrädern italienischer Hersteller mit Hubräumen zwischen 65 und 400 cm³, kleine aber hochentwickelte Motorradkonstruktionen von filigranen Einzylindern bis zu kompakten Vierzylindern. Ausgestellt wurden 24 Exemplare aus den Jahren 1950 bis 1995 von bekannten Marken wie Benelli und Ducati, aber auch Exponate von Marken, die selbst in Italien nur selten zu sehen sind, wie Parilla, Devil und Perugina. Sie stammen aus dem PS.SPEICHER sowie exklusiven süddeutschen Privatsammlungen und wurden teilweise erstmals öffentlich in Deutschland präsentiert.

Modern Classics – träumst du noch oder fährst du schon?

Die Bremen Classic Motorshow entwickelt sich stetig weiter und ist stets bemüht auch jüngere Zielgruppen zu begeistern – was mir dieses Jahr nicht nur positiv in einer stärkeren Aktivität im Social Media Bereich aufgefallen ist, sondern sich zum Beispiel auch in dem im letzten Jahr erstmals eingeführten Bereich „Modern Classics“ – d.h. Modelle der späten 1980er bis frühen 2000er – zeigt. Dieses Jahr konnten die zehn limitierten Ausstellungsstücke nicht nur bewundert werden, sondern drei von ihnen auch direkt vor Ort gekauft werden.

Bremen Classic Motorshow 2026

Vielleicht macht das auch gerade den Reiz der BCM aus, dass es eben nicht nur eine Messe ist, bei der Traumautos ausgestellt werden, die man nur vom weiten bewundern kann, sondern dass es vor Ort eben auch zahlreiche Möglichkeiten gibt sich den Traum auf vier Rädern in die eigene Garage zu holen – vorausgesetzt natürlich man hat das nötige (sicherlich nicht so geringe) „Kleingeld“ dafür. Die Verkaufsausstellung erstreckte sich über drei Hallen und beinhaltete besondere Alltagsklassiker, elegante Sportwagen und seltene Raritäten. Ich hatte tatsächlich sogar den Eindruck, dass bei der diesjährigen Messe mehr Exponate zum Verkauf standen als in den vergangenen Jahren. Außerdem gab es natürlich auch 2025 wieder die beliebte Fahrzeugbörse im Parkhaus, bei der Gewerbetreibende und Privatpersonen auf sechs Parkdecks über 250 Automobile anboten, die mindestens 20 Jahre alt sind. Um das Parkhaus habe ich leider mangels Zeit und eisigen Temperaturen einen Bogen gemacht aber ich kann sagen, dass am Sonntag in den Hallen an einigen Ausstellungsstücken ein „Verkauft“-Schild prangte.

Wer sich kein Auto leisten konnte oder wollte wurde stattdessen vielleicht beim Teilemarkt fündig oder bei der, ebenfalls im zweiten Jahr in Folge veranstalteten Petromobilia-Auktion „Oil & Rust“, bei der originale Emailleschilder und historische Werbemittel versteigert wurden. Das Highlight in 2025 war ein Emailleschild der Firma Spido, das für 29.000 Euro den Besitzer wechselte.

Bremen Classic Motorshow 2026
Bremen Classic Motorshow 2026

Mein Fazit

Mein Wochenende verlief so ganz anders als ursprünglich geplant und so konnte ich leider nicht so viel Zeit bei der Bremen Classic Motorshow verbringen, wie ich es gerne gewollt hätte. Ich erwähne es deshalb so explizit, weil der Zeitfaktor eventuell meine Wahrnehmung beeinflusst hat und mein Feedback dadurch vielleicht etwas verzerrt. Denn mein persönlicher Eindruck war, dass die Messe dieses Jahr sehr Porsche lastig war. Das muss an sich kein Nachteil sein und es waren auch ein paar sehr schöne Exemplare zu sehen aber mir persönlich fehlten dieses Mal halt die, wie ich als Auto-Laie sagen würde, „klassischen Oldtimer“. (Damit meine ich Fahrzeuge, in denen zum Beispiel die Queen gefahren wäre oder die zum „Bridgerton-Flair“ passen würden.) Trotzdem gab es natürlich wieder das ein oder andere Schmuckstück zu bewundern. Meine persönlichen Highlights waren ein gelb-schwarzer „Chevrolet Camaro SS“, der unübersehbare gelbe „Lamborghini Diablo V16“ – by the way Versuchsträger des späteren Bugatti EB 16.4 Veyron – sowie das Jubiläumsmodell des „VW Käfer 1955“ – goldbronzefarben lackiert und mit speziellen Glitzersteinen (Glassplittern) auf allen Chromteilen versehen – präsentiert von der Autostadt, ein schwarzer „Toyota MR2 WRC (222D)“ – auch bekannt als „das schwarze Biest“, ein (ohoh, nagelt mich jetzt bitte nicht auf die korrekte Farb-Benennung fest) cremefarbener „MG T-Type“ (und wenn ich gerade bei MG bin, muss ich auch einen zum Verkauf gestandenen „MGA 1500“ aus dem Jahr 1958 erwähnen), ein dunkelgrüner „Shelby G.T 350“ und der „Honda Civic Ej9“ von @nora_ep3. Also ihr seht schon, ich hatte so einige Highlights und das obwohl ich nicht so viel Zeit zum Bummeln hatte und das bedeutet ganz klar eins: ein Besuch der Bremen Classic Motorshow lohnt sich auf jeden Fall! Nächstes Jahr umso mehr, denn dann wird mit der 25. Ausstellung großes Messe-Jubiläum gefeiert.

Save the Date

Die Bremen Classic Motorshow 2027 findet vom 5. bis 7. Februar statt und wird von 9:00-18:00 Uhr geöffnet sein.

Bremen Classic Motorshow 2026