Im Rahmen seiner „Summer Shows 2026“-Tour machte Mark Forster am gestrigen Donnerstagabend in Bremen Halt und brachte mit seinem Auftritt endlich wieder Live-Musik auf die Bremer Galopprennbahn zurück.
Seit Mitte Juni ist Mark Forster wieder live unterwegs. Allerdings nicht permanent und über Wochen am Stück und auch nicht auf den ganz großen (Open-Air-)Bühnen der Nation. Es sind dieses Mal eher vereinzelte Termine an ganz speziellen, ausgewählten Orten, die der Singer-Songwriter bespielt. Und vielleicht ist es genau das, was diese Tour so besonders macht: eine Mischung aus extremer Fan-Nähe und gefühlter Intimität, obwohl gleichzeitig Tausende Fans erreicht werden. Der Auftritt in Bremen war zudem nicht nur irgendein Konzert, sondern die Wiederbelebung der Bremer Galopprennbahn als Konzertveranstaltungsgelände. Forster sagte dazu selbst: „Wir weihen hier heute die heilige Wiese ein!”



Jonny Mahoro – Voract mit „Full Circle Moment“
Mit Jonny Mahoro (+ Queen Mahoro) gab es mal wieder einen überraschenden Voract – in zweierlei Hinsicht. Denn erstens glaube ich, wurde er offiziell im Vorfeld leider nicht groß als Support angekündigt und zweitens war er gesanglich wirklich gut und passte sowohl vom musikalischen Stil als auch vom persönlichen Auftreten her super zu Mark Forster.
Im vergangenen Jahr fand Mahoros Song „Zwischenphase” großen Anklang in den sozialen Medien und das zum größten Teil sehr junge Bremer Publikum zeigte sich dementsprechend textsicher beim Mitsingen. Auch andere Songs wie „Manchmal” oder „Vielleicht” kamen auf der Bremer Galopprennbahn sehr gut an. Zudem sorgte Jonny Mahoro für einige Schmunzler im Publikum, als er aus dem Nähkästchen plauderte und seinen ganz persönlichen „Full Circle“-Moment teilte: 2017 war Mahoro als Kandidat bei „The Voice of Germany“ aufgetreten, doch Mark Forster hatte sich damals nicht für ihn umgedreht. Dass er nun, fast zehn Jahre später, auf derselben Bühne stand wie der einstige Juror, gab dem gesamten Auftritt eine besondere Bedeutung.
Die Mahoros schafften außerdem von Anfang an eine besondere Verbindung zu den Fans vor der Bühne und banden sie immer wieder ins Geschehen mit ein, beispielsweise durch „Call-and-Response“-Aktionen („Hallo Bremen!“ – „Hallo Jonny!“) oder die simple Aufforderung, mitzusingen oder die Arme zu heben. Ihre absolute Fan-Nähe bewiesen sie noch bis spät in den Abend am Merchandise-Stand und sogar noch vor dem Veranstaltungsgelände, als dieser schließlich geschlossen werden sollte. Genau solche Momente sind es, die Fan-Herzen höher schlagen lassen! Mögen die beiden diese Einstellung immer beibehalten!


Mark Forster – „Happy Family“-Feeling zurück auf der Galopprennbahn
Gegen halb neun ertönte Mark Forsters Stimme aus dem Off. Mit einer Lobrede und einem kleinen geschichtlichen Rundumschlag über Bremen eröffnete er den Abend und kündigte „die offizielle Hymne Bremens” an. Was dann folgte, war allerdings nicht „Lebenslang grün weiß”, sondern „Drei Uhr Nachts” von Forsters 2021 erschienenem Album „Musketiere”. Während die älteren Gäste vielleicht noch ganz kurz irritiert waren, hatte der sympathische Sänger den jüngeren Teil des Publikums sofort fest auf seiner Seite – und seien wir ehrlich: Der Song ging sofort in die Beine. Mittanzen war nicht nur eine Option, sondern Pflicht.
Direkt im Anschluss wurde bei „194 Länder” mitgesungen und für seinen Song „Einmal” ging Forster sogar noch einen Schritt weiter: Er nahm Vocals aus dem Publikum auf, die umgehend in den Song eingespielt wurden. Was sich schon beim Supportact gezeigt hatte, wurde von Mark Forster direkt weitergeführt: Das Publikum wurde konsequent in den Abend und das Geschehen mit einbezogen. Damit war von Anfang an eine Verbindung geschaffen, die auch den kompletten Abend über nicht mehr abreißen sollte – richtig schön!
Mark Forster war ein regelrechtes Energiebündel auf der Bühne. Er sprang und tanzte und versprühte einfach pure Lebensfreude und Leichtigkeit. Immer wieder wandte er sich schelmisch grinsend dem Publikum zu, erzählte von seinen Songs, ermunterte die Menschen permanent zur Interaktion oder brachte sie einfach nur zum Lachen. Das gut zweistündige Programm bestand zum Großteil aus positiven, schnelleren Songs und seinen größten Hits, wie „Flash mich“, „Au revoir“ und „Stimme“. Doch auch die beliebte Pop-Ballade „Bauch und Kopf“ durfte natürlich nicht fehlen.
Nur einmal wurde Mark Forster an diesem Abend richtig ernst, als er – mehr indirekt – ein paar Missstände unserer aktuellen Zeit ansprach und dazu aufrief, statt die AfD zu wählen lieber auf mehr Zusammenhalt und Liebe zu fokussieren. „Wir sitzen alle im selben Boot, in derselben Sch***ße. Aber ich glaube fest daran: Am Ende wird alles gut. Sowieso!“ Worte, die in Bremen sehr gut ankamen und viel Applaus ernteten. Und natürlich die perfekte Überleitung zu seinem Lied aus dem Jahre 2016.
Eine Besonderheit des Abends war dann „Was du nicht tust”. Forster sagte, dass er und seine Band den Song fast nie live spielen würden, obwohl er einer seiner Lieblingssongs sei. Zur letzten Zugabe „Chöre” holte Mark schließlich noch drei glückliche Fans auf die Bühne – zwei davon hatte er während des Abends angerufen und zu diesem besonderen Auftritt eingeladen. Wie sich herausstellte, war es die perfekte Geburtstagsüberraschung für die Angerufenen.
Viel Konfetti, einige Pyros und die allgemein sehr entspannte und zugleich euphorische Stimmung der anwesenden Fans sorgten an diesem lauen Sommerabend auf der Galopprennbahn Bremen für eine gewisse Festival-Atmosphäre – fast wie damals zu den guten alten „Happy Family”-Zeiten. Erinnert ihr euch noch daran?



Fazit
Es war ein wirklich toller Abend! Zumindest was das Konzert selbst und die Auftritte von Mark Forster und Jonny Mahoro betrifft. Beide Sänger haben den Abend zu einem stimmungsvollen, absolut runden und emotionalen Erlebnis gemacht. Die Interaktion auf der Bühne und mit dem Publikum war unfassbar nah und herzerwärmend und einfach Balsam für die Seele. Es war ein Sommerabend, wie er schöner kaum sein könnte – abgesehen vielleicht von einem Abend am Meer –, mit viel Leichtigkeit, Positivität und Zusammenhalt. Und es war einfach ein erstklassiges Familienevent.
Die Bremer Galopprennbahn konnte als Konzertveranstaltungsgelände mit einer Mischung aus historischem Charme – die alten Wettschalter und die originale Zuschauertribüne – und Modernität punkten. Der Sound von der Bühne war sehr gut und durch das leicht abfallende Gelände war die Sicht eigentlich überall super.
In der Organisation habe ich jedoch einige Mankos entdeckt, an denen man noch feilen sollte, wenn die Galopprennbahn wirklich wieder fest als Veranstaltungsort etabliert werden soll. Das wäre etwas, das ich mir persönlich sehr wünschen würde, denn das Potenzial ist auf jeden Fall da!


Bonus-Tipp
Am 9. Oktober 2026 erscheint Jonny Mahoros Debütalbum „Nichts ist für immer”. Vom 29. Oktober bis zum 28. November geht er selbst auf Tour und tritt dabei am 30. Oktober im Lagerhaus in Bremen auf. Wer nicht so lange warten möchte, dem sei das Abschluss-Event der aktuellen Ausstellung „Liebe” im Universum Bremen ans Herz gelegt. Denn dort werden Jonny und Queen Mahoro bereits am Sonntag, dem 23. August, auftreten. Tickets gibt es unter shop.universum-bremen.de.
Fotos: Sarah Fröhling









