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Chameleons Vox am 23.09.2014 im Moments

Mit Mark Burgess auf den Pfaden von Post Punk & New Wave.


CHAMELEONS VOX ENTFÜHREN DAS MOMENTS IN DIE 1980er – WHY NOT?


Am vergangen Dienstagabend konnte im Bremer Steintorviertel der Eindruck entstehen, Sven Regener drehe mal wieder einen seiner Achtziger-Jahre-Filme. Dabei war die im Stil der britischen New Wave gekleidete Menschentraube weder Komparserie noch der Ort bloßer Kulisse. Ganz im Gegenteil. Der traditionsreiche Club Moments hatte an diesem  Abend zu einem Konzert des englischen Bandprojekts „Chameleons Vox“ um den legendären Post-Punk-Musiker Mark Burgess geladen.


Die freudige Erwartung war den zahlreich erschienen Konzertbesuchern deutlich anzusehen, als die Band – begleitet von sphärischen Klängen – um 20:30 Uhr die Bühne betrat. Nach einer charmant-saloppen Entschuldigung von Sänger und Bassist Mark Burgess („Entschuldigt die kleine Verspätung, aber das Essen war so gut, da haben wir die Zeit vergessen!“), breiteten die vier Musiker mit dem imposanten Opener „Don’t Fall“ einen Soundteppich aus, der seines Gleichen sucht. Dieser unverwechselbare Sound war nicht zuletzt dem eindrucksvollen Gesang des Frontmannes zu verdanken, der schon 1981 die Vorgängerband „The Chameleons“ gründete und seitdem nichts von seiner Stimmgewalt eingebüßt hat. Die von den beiden Gitarristen Neil Dwerryhouse und Chris Oliver gespielte „Doppelgitarre“ machte das Paket komplett. Dieses Stilelement war schon zu Zeiten der Chameleons prägend für den typischen Sound der Band und wird durch ein sehr präzises Synchronspiel zweier Gitarren erzeugt.


Die Chameleons konnten in ihrer langen Karriere zwar nie den großen Durchbruch verzeichnen, zählen aber bis heute zu den wichtigsten Künstlern ihres Genres, und so war es auch kein Wunder, dass den Besuchern an diesem Abend Hymne um Hymne serviert wurde. Mark Burgess dabei immer sympathisch und bescheiden, auf liebenswerte Weise sogar ein wenig hemdsärmlig. Die Band hochkonzentriert, aber voller Hingabe. Und genau das ist die Essenz: Große Gesten hat man nicht mehr nötig und warum ein aufwendiges Bühnenoutfit? Es wird gespielt, bis die Fans glücklich und mit leuchtenden Augen nach eineinhalb Stunden sowie zwei Zugabenblöcken wieder ins Bremer Nachtleben ausschwärmen.


So sind diese Musiker ganz bodenständig im Hier und Jetzt angekommen. Was zählt ist die Musik. Perfekt vorgetragen und auch im Jahr 2014 noch in der Lage, ein volles Haus nicht nur professionell zu bespielen, sondern auch Leidenschaft zu wecken und die Zuschauer mitzunehmen. Wohin? An diesem Abend auf jeden Fall zu einer unvergesslichen New-Wave-Party, bei der getanzt, gelacht und sich mit guten Freunden an die schönen Zeiten erinnert wurde. Das Schönste aber ist, dass wir mit Chameleons Vox noch eine sehr lange und vor allem gute Zeit vor uns haben. Müde sind die Herren jedenfalls noch nicht. Und wir können uns einmal mehr darüber freuen, dass früher doch zumindest nicht alles besser war.


Autor: Edgar Kamphaus


Setlist, Chameleons Vox, 23.09.2014 im Moments:



  1. Don’t fall

  2. Here today

  3. Monkeyland

  4. Second skin

  5. Up the down escalator

  6. Less than human

  7. Pleasure and pain

  8. Thursday’s child

  9. As high as you can go

  10. A person isn’t safe anywhere these days

  11. Paper tigers

  12. View from a hill


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